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Chelsea - Zoe - Medea |
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2008 und 2009Damit es bei Chelseas beschwerdefreien Zustand blieb, beschloss ich im März 2008 eine Fortbildung in der Wirbelsäulentherapie nach Dorn zu machen. Susanne Schmitt vom Dorntherapiezentrum in Köln bot inzwischen auch Kurse für die Dorntherapie bei Hunden an. Also nahmen Chelsea und ich an einem dieser Kurse teil und so konnte ich entstehende Wirbelblokaden schon im Ansatz erkennen und behandeln. Ihre Vorbelastung durch das Wobbler-Syndrom und durch das CES bereiteten zu diesem Zeitpunkt absolut keine Probleme mehr. Allerdings zeichnete sich im Winter 2007/2008 ein anderes gesundheitliches Problem ab. Chelseas rechte Hinterpfote begann eine leichte spitze Pfotenstellung einzunehmen. Die zu Rat gezogenen Tierärzte vermuteten darin nun doch eine Verschlechterung der neurologischen Probleme. Ich selbst kam aber zu dem Schluss, dass es sich um eine Sehnenverkürzung handeln musste. Chelseas Symptome waren nicht neurologischer Natur, sondern es war eine mechanische Problematik, die die vollständige Streckung der Pfote verhinderte. Dies zeigte sich nicht nur im Stehen, sondern auch, wenn sie rücklings auf dem Rücken auf dem Sofa lag. Das Achillessehnenbein war auch im entspannten Ruhezustand nicht so weit abgewinkelt wie das gesunde rechte Bein. Die Ursache darin sah ich in den schlecht verheilten Drucknekrosen, die 2004 durch den Achillessehnenriss entstanden waren. Sie waren ja damals nicht wirklich gut verheilt, sondern es bildete sich ein Häutchen, welches mit dem Fersenbein verwachsen war und somit die Beweglichkeit der Sehnen und Funktion der Schleimbeutel behinderte. Unter der Haut, im Knochen des Fersenbeins rumorte es die ganzen Jahre weiter. Das Fersenbein, welches auch nekrotisiert war, baute sich langsam wieder auf und schien mit der Achillessehne im Ansatz zu verknöchern. Meine Theorie wurde belächelt, aber für mich war eine beginnende Sehnenverkürzung völlig ersichtlich. Ich bestand also darauf, dass Chelseas Sprunggelenk geröntgt wurde und es stellte sich heraus, dass ich recht behalten sollte. Die Achillessehne war in ihrem Ansatz am Fersenbein verknöchert, was auf dem Röntgenbild sehr deutlich zu sehen war. Dadurch waren die Achillessehne und auch die tiefe Beugesehne in ihrer Funktion eingeschränkt und Chelsea konnte die Pfote nicht mehr richtig durchstrecken. Zum Glück behinderte die leichte Spitzpfotenstellung Chelsea nicht wirklich und ich konnte mit der Physiotherapie verhindern, dass sich der Zustand verschlechterte. Chelsea konnte das Jahr 2008 noch einmal in vollen Zügen genießen. Eine Fachfortbildung in der "Akupunktur (TCM)für den Bewegungsapparat", die ich Ende 2008 gemacht habe, sollte dazu beitragen, dass Chelseas guter und vor allem schmerzfreier Gesundheitszustand noch recht lange anhält. Ende Januar 2009 passierte dann das, wovor ich mich immer gefürchtet hatte. Die Achillessehne ist zum zweiten Mal gerissen. Das geschah ganz unspektakulär am Stall, als Chelsea plötzlich aufgesprungen ist. Sie machte keinen Mucks, sondern stand auf einmal nur dreibeinig da. Ich habe sie sofort untersucht, ahnte schon, was passiert war und bin dann direkt mit ihr zum Tierarzt gefahren. Dort wurde geröntgt und man erkannte auf dem Röntgenbild, dass die Sehne mit den verknöcherten Ansatz abgerissen war. Außerdem war die gesamte Fersenkappe instabil, verdickt und heiß. Die Tierärztin wusste sich keinen Rat, eine Operation lehnte sie ab, wusste aber auch keine wirkliche Alternative. So erkundigte ich mich im Internet nach Möglichkeiten einer konservativen Heilung von Achillessehnenrissen. Ich stieß auf Hunde, denen in vergleichbaren Fällen Spezialorthesen angefertigt wurden. Dies sind Schienen, die dem Hund zur Stabilisierung des Sprunggelenkes wie eine Art Bandage angelegt werden. Zur Absicherung der Diagnose und um mit einem Spezialisten diese Vorgehensweise zu besprechen, bin ich mit Chelsea in eine renommierte Kleintierklinik gefahren. Dort wurde sie noch einmal ausführlich untersucht und wir besprachen alle in Frage kommenden Möglichkeiten. Eine Operation, wie 2004 kam nicht mehr in Frage, da nicht nur die Achillessehne, sondern die gesamte Fersenbeinkappe abgerissen war. Eine Spätfolge der Komplikationen von den Operationen von 2004….. Mit einer normalen Operation hätte man keine Stabilität ins Sprunggelenk bekommen. Einzige Möglichkeit wäre gewesen, das Sprunggelenk operativ zu versteifen. Dies hätte aber mehrere Operationen und eine sehr lange Rehabilitationszeit zur Folge gehabt. Das wollten wir unserer, inzwischen ja schon Hundeseniorin nur ungern zumuten. In Anbetracht unserer Erfahrungen auf diesem Gebiet riet aber auch der Fachtierarzt, zunächst den konservativen Weg mit der Orthese zu gehen. Chelseas Allgemeinzustand war, den ausführlichen Untersuchungen nach sehr gut. Die Arthrose an den Hüften und auch die anderen Zipperlein machten ihr zu der Zeit keinerlei Probleme, so dass auch ich den alternativen Weg versuchen wollte. Ich machte einen Termin mit dem Tierorthopädietechniker Pfaff aus. Dort wurde, leider erst Mitte Februar, ein Gipsabdruck von Chelseas Bein genommen. Mit Hilfe dieses Abdruckes wurde eine speziell auf Chelseas Anatomie angepasste Schiene gefertigt. Diese Schiene wurde mit einem künstlichen Gelenk ausgestattet, was Chelsea zwar erlaubte, das Bein zu strecken, aber gleichzeitig auch verhinderte, dass der Hinterlauf durch den Sehnenriss durchtrittig war. Da es bis zur Fertigstellung der Schiene noch weitere drei Wochen dauern würde, bekam Chelsea zur vorläufigen Unterstützung des Sprunggelenkes eine andere Bandage, mit der sie recht gut laufen konnte. Mein Mädel bewies einmal mehr, dass sie sehr hart im Nehmen war und ließ sich auch durch diese weitere Behinderung nicht einschüchtern. Zum Glück war sie, nach dem Abklingen der akuten Entzündung direkt nach dem Abriss der Fersenbeinkappe absolut schmerzfrei und war auch weiterhin unser fröhlicher Quatschkopf. Mitte März war dann die Orthese fertig und Chelsea konnte wieder stabil auf vier Beinen stehen und laufen. Anfangs war für uns beide der Umgang mit der Orthese etwas merkwürdig, aber wir gewöhnten uns recht schnell daran. Leider konnten wir einen ausführlichen Praxistest mit der Orthese nicht mehr unternehmen. Mitte März 2009, akute Lähmung, Krebs und der AbschiedEine Woche vor ihrem Tod am 23.03.09 brach mir Chelsea auf einem Spaziergang plötzlich zusammen. Sie klappte erst mit den Hinterbeinen weg, dann mit den Vorderbeinen und lag komplett ausgestreckt auf der Seite. Ich war zutiefst erschrocken, dachte ich sofort an den plötzlichen Herztod, den viele Dobermänner aufgrund der dobermanntypischen DCM (Dobermann Kardiomyopathie, eine besonders aggressive Form der Dilatativen Kardiomyopathie) bekamen. Ich kontrollierte Puls, Atmung und Schleimhäute und bemerkte zu meiner Erleichterung, dass sie noch lebte. So nach und nach kam Chelsea auch wieder zu sich. Ich untersuchte ihre Gelenke nach Verletzungen und kontrollierte die Reflexe, da ich evtl. einen Badscheibenvorfall, einen Rückenmarksinfarkt oder ähnliches vermutete. Alles schien völlig normal zu sein…..vielleicht ja nur ein Kreislaufkollaps aufgrund des plötzlichen extremen Wetterwechsels? Ich half Chelsea hoch und trug sie zum Auto, da sie noch recht schwach war. Zuhause war sie wieder völlig normal, als wenn nichts gewesen wäre. Da mir dieser Vorfall natürlich keine Ruhe ließ, sind wir direkt zu einem Herzspezialisten, der sich besonders mit der DCM auskannte, gefahren. Denn dieses Damoklesschwert des plötzlichen Herztodes schwebte weiterhin über uns. Die ausführlichen Untersuchungen mit EKG und Ultraschall ergaben, dass Chelsea Herzrhythmusstörungen hatte und wahrscheinlich eine DCM entwickelte. Um die genaue Ursache der Herzrhythmusstörungen heraus zu finden, hätten jedoch weitere Untersuchungen gemacht werden müssen. Der Tierkardiologe wollte jedoch erstmal einige Tage abwarten und sehen, was passieren würde. Am gleichen Tag hatte Chelsea noch mal einen leichten Schwächeanfall, von dem sie sich aber ebenfalls recht schnell erholte. Abends bemerkte man auch, dass sie das erste Mal ein wenig Urin verlor. Am nächsten Tag verschlechterte sich ihr Zustand sehr langsam. Sie begann vermehrt mit den Beinen zu schleifen und wurde zusehends inkontinent. Also wieder zum Tierarzt, wo sie erneut auf den Kopf gestellt wurde. Inzwischen war die schleichende Lähmung so weit fortgeschritten, dass Chelseas Hinterhand gelähmt und sie sowohl harn- als auch kotinkontinent war. Eine Ursache für die Lähmung war jedoch nicht feststellbar. Wahrscheinlich ein Bandscheibenvorfall, jedoch in welchem Bereich der Wirbelsäule? Die Tiefensensibilität und das Schmerzempfinden waren noch vorhanden und so wurde zunächst eine hoch dosierte Kortisontherapie eingeleitet. Da die Tierärztin wusste, dass Chelsea wegen ihrer Gerinnungsstörung nur konservativ therapiert werden konnte, hielt sie auch eine genauere Diagnostik der Lähmung durch Röntgen, CT oder MRT nicht für angebracht. Es hätte an der Therapie nichts geändert. Ich wollte jedoch für Chelsea einen Rollwagen zur Unterstützung für die anstehende Physiotherapie anfertigen lassen und daher genau wissen, wo die Ursache der Lähmung lag. Wenn sich ihr Zustand durch das Wobbler-Syndrom so verschlechtert hätte, wäre ein Therapieversuch mit einem Rollwagen sicherlich nicht wirklich sinnvoll und in Chelseas Interesse gewesen. So bin ich zusammen mit meinem Mann, zur Einholung einer weiteren Meinung, erneut in die Tierklinik Hofheim zu dem Tierarzt gefahren, der Chelsea bereits bei dem Abriss der Fersenbeinkappe untersucht hatte. Auch seine neurologischen Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass eine konservative Therapie mit entsprechender Medikation und täglicher Physiotherapie auf jeden Fall einen Versuch wert waren. Zu meiner Beruhigung sollte Chelsea zumindest geröntgt werden. Ein CT oder gar MRT mit langer Narkose wären für Chelsea mit ihren beginnenden Herzrhythmusstörungen zu riskant gewesen. Es wurden also Röntgenaufnahmen von der gesamten Wirbelsäule gemacht. Die Wirbelsäulenbilder bestätigten nur, dass Chelseas Spondylose inzwischen nahezu die gesamte Wirbelsäule betraf. Lediglich der Bereich, wo sie 8 Jahre zuvor goldimplantiert wurde, war nicht betroffen. Eine genaue Ursache für die Lähmung konnte durch die Röntgenbilder aber auch nicht festgestellt werden. Leider bemerkte der Tierarzt jedoch leichte Veränderungen im Bauchraum. Also wurde auch dieser noch genau durchgeröntgt. Dabei stellte sich heraus, dass es einige Verschattungen auf der Lunge gab und auch die Milz vergrößert war. Der Verdacht auf einen bösartigen Milztumor, der bereits Metastasen in der Lunge gebildet hatte, stand plötzlich im Raum. Es folgte eine ausführliche Ultraschalldiagnostik durch die Krebsspezialisten der Klinik und am Ende hieß die Diagnose leider: bösartiges Hämangiosarkom, das bereits Metastasen in die Lunge gestreut hatte…… Die akute Lähmung war nun plötzlich nebensächlich geworden….. Wir standen völlig unerwartet vor der Entscheidung, was weiter mit unserer Prinzessin geschehen sollte..….. Eine Operation wäre bei ansonsten gesunden Hunden schon recht aussichtslos gewesen. Das Hämangiosarkom der Milz gehört zu den bösartigsten Krebsarten, die es gibt. Es entsteht sehr schnell und für den Hundehalter völlig unbemerkt. Meist bekommt dieser erst was von dem Krebs mit, wenn es schon zu spät ist, der Tumor bereits rupturiert ist und in den Bauchraum blutet. Das war bei Chelsea zwar noch nicht der Fall, aber es wäre nur eine Frage von wenigen Tagen gewesen, dass der Tumor geplatzt und sie innerlich verblutet wäre. Eine Operation, bei der die Milz entfernt worden wäre, war in Anbetracht von Chelseas Blutgerinnungsstörung, der Herzrhythmusstörungn und der bereits vorhandenen Metastasen nahezu aussichtslos. Außerdem hätten wir Chelsea wegen der Lähmung immer im OP-Bereich hochheben müssen, wenn sie denn das Wunder geschafft und die Operation überlebt hätte. Und dann wäre sie für die kurze Zeit, die ihr evtl. noch verblieben wäre, gelähmt gewesen. Nein, das hatte unsere Prinzessin nicht verdient. Sie hatte trotz ihrer Zipperlein ein sehr schönes Hundeleben und sollte somit auch einen "schönen Tod" haben und nicht auf dem OP-Tisch oder zuhause verbluten müssen. Wir entschieden uns schweren Herzens Chelsea den Weg über die Regenbogenbrücke gleich an Ort und Stelle zu erleichtern. Sie zum Abschied noch mit nach Hause zu nehmen und sie dort einschlafen zu lassen, wäre wegen der Möglichkeit des jederzeit platzenden Tumors zu gefährlich gewesen. Chelsea schlief ganz schnell und ruhig ein und wurde im Kleintierkrematorium "Im Rosengarten" eingeäschert. Ihre Urne steht nun an einem schönen Platz im Wohnzimmer mit Blick auf die Terrasse. |
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