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Chelsea - Zoe - Medea |
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2006 und 2007Das Jahr 2006 verging ebenfalls ohne besondere gesundheitliche Probleme. Wir zogen im Frühjahr berufsbedingt von Nordrhein-Westfalen nach Hessen. John hatte ein so gutes Jobangebot in Frankfurt/Main bekommen, dass wir unsere Zelte im Münsterland abgebrochen haben. Auch das steckte Chelsea sehr gut weg. Sie fand unser neues Häuschen, den Garten und vor allem den Kamin toll und ich staunte, wie sehr mir doch die Hundephysiotherapie bei Chelseas Reha geholfen hatte. Und das, obwohl ich die Massage und diverse andere Techniken damals ja nur laienhaft beherrschte. Da ich von dieser Art der Gesundheitsunterstützung und Therapie aber so begeistert war, entschloss ich mich im Sommer 2006 die Sache endlich professionell anzugehen. Ich meldete mich schließlich zur Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin bei den Ersten Deutschen Ausbildungsstätten für Hundephysiotherapie an und konnte den Beginn der Ausbildung im Februar 2007 kaum erwarten. Anfang Januar 2007 gab´ es dann aber erneut gesundheitliche Probleme. Chelsea lief mir einmal in die Schleppleine und schrie´ dabei plötzlich auf. Ich war sehr besorgt, da ich solche Schmerzäußerungen von ihr überhaupt nicht kannte. Als Dobermann war sie bisher immer sehr hart im Nehmen gewesen und hat nie gezeigt, wenn ihr etwas wehgetan hat. Allerdings konnte man bei ihr nirgendwo eine Verletzung oder ähnliches feststellen. Sie lief abends lediglich sehr verspannt durch die Gegend, trug ihren Kopf recht tief und machte einen sehr traurigen Eindruck. Ich ahnte bereits fürchterliches und dachte sofort an das Canine Wobbler Syndrom, einer Erkrankung, die besonders oft beim Dobermann vorkommt… Nach dem zweiten Aufheulen, welches Chelsea am nächsten Tag schon prophylaktisch gezeigt hat, als ich sie ins Auto heben wollte, war ich direkt mit ihr beim Tierarzt. Dort zeigte sie natürlich wieder nichts….sie war nur seeeehr verkrampft. Die Tierärztin vermutete jedoch aufgrund meiner Beschreibungen und Chelseas verkrampfter Haltung ebenfalls, dass Chelsea am Wobbler-Syndrom litt. Dies ist ein Krankheitskomplex, der verschiedene Veränderungen an der Halswirbelsäule beschreibt, die zu einer Verengung des Wirbelkanals und so zu Kompressionen der Nerven im Rückenmark führen. Dieser Druck auf die Nerven führt zu Bewegungsstörungen und ist für den Hund sehr schmerzhaft. Chelsea bekam also zunächst Schmerzmittel, bis wir zur genauen Diagnostik in eine Tierklinik fahren konnten. Am folgenden Tag ist Chelsea auf den Fliesen in der Küche beim Umdrehen plötzlich ausgerutscht. Sie machte eine Grätsche und kam anschließend nicht mehr auf die Beine. Wir waren beide sehr erschrocken und ich musste sie in ihr Körbchen tragen. Ihr rechtes Hinterbein (das Achillessehnenbein) war komplett gelähmt, das linke Hinterbein zeigte auch starke neurologische Ausfallerscheinungen. Sie konnte nur mit Unterstützung aufstehen und stehen. Laufen war kaum möglich, zog sie doch das gelähmte Bein hinterher und hatte auf dem anderen Bein recht starke Koordinationsprobleme. Ich rief sofort in der Tierklinik an, in welcher wir 10 Tage später einen Termin zum CT bzw. MRT haben sollten. Leider konnten wir dort keinen früheren Notfalltermin bekommen, so dass ich mich auf Empfehlung anderer Dobermannhalter, die auch einen "Wobbler-Hund" hatten, an eine Chiropraktik-Tierärztin in Frankfurt wendete. Bei der Vorstellung am nächsten Tag konnte die Tierärztin bereits einige leichte Wirbelblokaden bei Chelsea lösen und sie empfahl mir, sofort mit der Physiotherapie zu beginnen. Zum Glück begann meine Ausbildung in Kürze, so dass ich mir direkt am Einführungstag, der 2 Tage später sein sollte, wertvolle Tipps für Chelseas weiterführende Behandlung holen konnte. Sabine Wosslick, die Ausbilderin in der Ausbildungsstätte Süd, hat sich Chelsea genau angesehen und mir ein ausführliches Behandlungsprogramm mit nach Hause gegeben. Mit Unterstützung und weiteren Behandlungen durch die Chiropraktik-Tierärztin besserte sich Chelseas Zustand von Tag zu Tag sehr deutlich. Konnte sie am Anfang wegen der Lähmungserscheinungen gar nicht allein aufstehen, war sie 10 Tage später, zu unserem Termin in der Tierklinik schon wieder so fit, dass sie alleine laufen konnte! Die täglichen physiotherapeutischen Übungen beschränkten sich nicht nur auf die Wiederherstellung der nervlichen Funktionen, sondern sollten auch verhindern, dass Chelsea zu viele Muskeln abbauen würde. Sie kannte einen Großteil der Übungen ja bereits von ihrer Achillessehnengeschichte und machte wieder mit Feuereifer und sehr viel Spaß mit. Bei der anschließenden Untersuchung in der Tierklinik konnten die Ärzte kaum glauben, dass Chelsea knapp 14 Tage zuvor keinen Meter allein laufen konnte. Leider ergaben die Untersuchungen und Tests, dass Chelsea nicht nur unter dem Wobbler-Syndrom litt, sondern dass sich inzwischen bei ihr auch ein Cauda-Equina-Kompressionssyndrom entwickelt hatte. Auch dies ist ein neurologischer Krankheitskomplex, der im Übergangsbereich vom letzten Lendenwirbel zum Kreuzbein zu einer Kompression der dortigen Nerven, den Cauda-Equina-Nerven führt. Ursächlich bei Chelsea waren dafür die bereits seit jungen Jahren vorhandenen Spondylosen in diesem Bereich. Die Symptome sind ebenfalls neurologische Ausfallerscheinungen in der Hinterhand, die im fortgschrittenen Stadium bis zur Lähmung führen können. Mit dem niederschmetternden Ergebnis, dass unser Mädel neben beidseitiger HD und Arthrose, Spondylose, einem Sehnenschaden nun auch noch das Wobbler- und das Cauda-Equina-Syndrom hatte, machten wir uns auf dem Weg nach Hause und überlegten nun, wie es weiter gehen sollte. Da Chelsea sehr gut auf die Chiropraktik und die Physiotherapie ansprach, entschlossen wir uns, diesen konservativen Weg weiter zu gehen. Bei der Vielzahl ihrer Erkrankungen am Bewegungsapparat und der vorhandenen Blutgerinnungsstörung wäre es nicht sinnvoll gewesen, überhaupt einen Gedanken an eine Operation zu verschwenden. Wo hätte man bei ihr denn anfangen sollen? Und wie groß wäre das Risiko bei evtl. Operationen gewesen? Hätte sie sie überhaupt überlebt? Chelsea sollte den Rest ihres Lebens nicht mit Operationen, Komplikationen und Reha verbringen müssen. Auch die Tierärzte rieten davon ab. Also gab es weiterhin Massagen, diverse hundephysiotherapeutische Übungen speziell für neurologische Probleme, weitere Nahrungszusätze für die Nerven und und und. Außerdem bin ich mit ihr zu einer Tierärztin gefahren, die sie mehrfach akupunktiert hat. Da Chelsea anfänglich therapiebegleitend noch Schmerzmittel bekam, versuchte ich auch auf dem Gebiet nach einer Alternative zu suchen. Auch hat ein von mir veranlasster Bluttest zur Kontrolle der Organwerte gezeigt, dass Chelsea inzwischen eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt hatte und hierfür dauerhaft Medikamente benötigte. Zusätzlich ließ ich für sie ein spezielles Hundegeschirr anfertigen, welches auch eine Unterstützung der Hinterhand erlaubte. So merkte Chelsea recht schnell, dass ich sie im Falle einer Unsicherheit festhalten konnte und sie traute sich recht schnell wieder zu laufen. Chelsea kämpfte sich also auch hier wieder ins Laufen zurück und nach anfänglichen 3 - 5 mal täglich 5 Minuten Laufen konnte sie nach wenigen Wochen wieder bis zu 45 Minuten am Stück laufen. Sie war fast wieder so fit, wie vor den Diagnosen Wobbler und CES. Bei unseren 4 - 5 Spaziergängen am Tag konnten wir 2 - 3 mal bis zu 45 Minuten laufen. Chelsea hatte wieder viel Spaß, ging am Stall regelmäßig ihren Lieblingsbeschäftigungen, dem Mäuselöcherbuddeln und durch´s hohe Gras springen nach. Auch wenn es aus gesundheitlicher Sicht sicherlich nicht ideal war, ließ ich ihr diesen Spaß. Ich wollte sie nicht völlig in Watte packen, denn Mobiltät und Spaß an der Bewegung bedeutet schließlich für einen Hund Lebensqualität. So bekam Chelsea täglich ihre Therapieeinheiten, die von der Chiropraktik-Tierärztin und während der Hundephysioausbildung kontrolliert wurden. Die Tierärztin konnte schon nach wenigen Sitzungen nicht mehr viel für Chelsea tun. Meine eigene Reha war so erfolgreich, dass sie uns als "gesund und geheilt" nach Hause schickte. Chelsea lief also ab Sommer 2007 wieder völlig ohne Probleme lachend und schwanzwedelnd durch die Gegend. Meine zu der Zeit noch laufende Ausbildung hatte sich schon mehr als bezahlt gemacht und der erfolgreiche Abschluß der Ausbildung mit tierärztlicher, physiotherapeutischer, schriftlicher und praktischer Prüfung im Februar 2008 war dann nur noch eine Formsache. |
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