hundephysiotherapie und hundekrankengymnastik im Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis, Vogelsbergkreis und Rhein-Main-Gebiet.

Chelsea - Zoe - Medea

hundephysiotherapie und hundekrankengymnastik im Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis, Vogelsbergkreis und Rhein-Main-Gebiet.
 
 
 
     
     
     
     
     
 
     
     
     
     
     
     
     
     
 
     
 
     
 
 
 
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2004 und 2005

Mit Phoebes Auszug bei uns, kam es Anfang Januar 2004 aber leider zu einem stets befürchteten Unfall mit Chelsea. Beim Treffen mit Phoebes neuer Familie spielte Phoebe mit den Hunden ihrer neuen Familie auf einem Feld hinter unserem Haus. Chelsea, die zwar dabei war, aber nicht mitspielte, rannte plötzlich wieder vor Phoebe davon. Auf ihrer Flucht muss sie sich in dem tiefen und weichen Boden vertreten haben oder in ein Erdloch getreten sein und hat sich dabei einen Riss der rechten Achillessehne zugezogen. Ihre Pfote war stark gebeugt, sie konnte das Bein ab dem Sprunggelenk nicht mehr stabil aufsetzen. In einer Tierklinik folgten mehrere Untersuchungen und Bluttests. Es musste ja zunächst einmal festgestellt werden, ob unser Mädel überhaupt operiert werden konnte. Chelseas Blutgerinnungsstörung hatte ja bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche in Frage kommenden HD-Operationen verhindert. Außerdem wollten wir den aktuellen Zustand von Chelseas Hüfte untersuchen, da sie während der bevorstehenden Rehazeit diese ja noch mehr belasten musste. Die Hüfte sah nicht gut aus. Chelsea hatte mit ihren 4 Jahren schon recht starke Arthrose. Der Tierarzt wollte aber operieren und wir unserer Prinzessin natürlich diese Chance geben. Nach Rückgang der akuten Entzündung und Schwellung im Sprunggelenk wurde Chelsea am 21. Januar 2004 das erste Mal operiert. Leider stellte sich heraus, dass Chelsea mal wieder eine, wenn auch recht seltene, aber dennoch typische Dobermannerkrankung hatte. Sie hatte wohl schon länger eine chronische Achillessehnenentzündung, die schließlich zum Abriss der Sehne geführt hat. Dieses wurde nur nie tierärztlich erkannt, da sämtliche auftretende Lahmheitsprobleme immer mit Chelseas HD-Hüfte in Verbindung gebracht wurden. In dieser ersten OP wurde die abgerissene Sehne wieder angenäht. Eigentlich sollte auch das Sprunggelenk durch einen externen Fixateur ( stabilisierendes Metallgestell durch Fersenbein und Schienbein) versteift werden, damit die Sehne durch diese Ruhigstellung Zeit und Ruhe zum Anwachsen hätte. Durch die chronische Sehnenentzündung waren aber auch das Sprunggelenk und somit auch das Fersenbein immer noch entzündet, so dass erst der Rückgang der Entzündung abgewartet werden musste, bevor der Fixateur angebracht werden konnte. Chelsea bekam zur besseren Ruhigstellung des Beines vorübergehend an der Beininnenseite eine stabilisierende Hartplastikschiene, die mit einem Verband angebracht wurde. Und mit dieser Schiene fingen die Probleme erst richtig an! Es entstand schon nach zwei Tagen, trotz guter Polsterung und kompletter Ruhigstellung des Hundes, eine große Druckstelle an der Pfoteninnenseite. Die Schiene wurde nun an der Beinaußenseite angebracht und auch da das gleiche Spiel. Zwei große Drucknekrosen am Sprunggelenk und an der Pfotenaußenseite kamen nach weiteren 2 Tagen zum Vorschein. Die Tierklinik stand vor einem Rätsel. Sooo einen hautempfindlichen Hund hatte man noch nie gesehen. Das tägliche Verbandwechseln beim Tierarzt gefiel Chelsea gar nicht, so dass wir ihr weiteren Stress ersparen wollten. Wir beschlossen, 5 Tage nach der OP und um 3 große offene Wunden reicher, die Verbände selber zu wechseln und auch die Behandlung der Nekrosen selbst vorzunehmen. Und siehe da: mit unserer Polsterung und unseren Verbänden entstanden keine neuen Druckstellen mehr. Allerdings gab es ein anderes Problem. Zu Chelseas Blutgerinnungsstörung kam noch eine recht ausgeprägte Wundheilungsstörung hinzu. Die Nekrosen wollten mit den Medikamenten der Tierklinik nicht abheilen und die Tierärzte waren ziemlich ratlos. Eine eigentlich sinnvolle Hauttransplantation wurde zu dem Zeitpunkt immer wieder verschoben, weil man hoffte, dass die Nekrosen auch so heilen würden. Mitte Februar sollte nach Abklingen der Entzündungen von Fersenbein und Sprunggelenk endlich der externe Fixateur angebracht werden. Wegen der immer noch nicht abgeheilten Drucknekrose am Sprunggelenk, musste nun ein gelenkübergreifender Fixateur externe vom Schienbein in den Mittelfußknochen verankert werden. Dieser externe Fixateur sollte nun für mindestens 12 Wochen am/im Hund verbleiben. Die Sehne war so keinem Zug mehr ausgesetzt und sollte nun in Ruhe anwachsen können. Wir haben zweimal täglich den Verband gewechselt, die Nagellöcher des Fixateurs desinfiziert und die Drucknekrosen behandelt. Beim Kontrollröntgen 1 Monat später stellte sich heraus, dass es durch die große Nekrose im Sprunggelenksbereich zu einer Knochenhautentzündung und leider auch zu Knochenschwund im Fersenbein gekommen war! Chelseas Bewegung war weiterhin bis auf ein Minimum eingeschränkt. Es ging lediglich immer nur kurz in den Garten, um die nötigen Geschäfte zu verrichten. Dabei konnte sie das kaputte Bein aber relativ gut belasten. Auch machte ihr die Ruhigstellung keine großen Probleme. Chelsea war eine sehr geduldige Patientin, die trotz der Ruhigstellung immer gut gelaunt und fröhlich blieb. Ich beschäftigte sie aber auch sehr viel, mit Schnüffelspielen, Kaustangen etc. Zu diesem Zeitpunkt machte ich auch die erste Bekanntschaft mit der Hundemassage und dem TTouch. Um Chelsea die Angst vor Tierärzten und Berührungen durch Fremde zu nehmen, machte ich sogar während der Reha noch einen Kurs von Linda Tellington Jones (TTouch und Tellington Training). Chelsea genoss diese, damals ja noch laienhaften Massagen, sehr und sah zufrieden dem Frühling entgegen.

Mitte April lief Chelsea aber von einem auf den anderen Tag plötzlich dreibeinig und benutzte das verletzte Bein überhaupt nicht mehr. In der Tierklinik stellte sich heraus, dass der Fixateur gebrochen war…Materialermüdung!!! In einer Not-OP wurde er entfernt, nach nur 9 Wochen. Chelsea musste weiterhin komplett ruhig gestellt werden, ohne Fixateur und ohne Stützverband für die Sehne. Ein Verband hätte wahrscheinlich wieder Nekrosen verursacht… Das Risiko war uns zu groß, da es bereits gute 3 Monate gedauert hat, bis die alten Nekrosen halbwegs verheilt waren. Nach weiteren 6 Wochen fing dann endlich das langsame Aufbautraining an. Erst kurze Runden im Garten, danach dann endlich 1 x täglich 10 Minuten spazieren gehen. Leider war auch das für die Sehne schon zuviel, es kam zu Sehnenscheiden-, Schleimbeutel- und erneuten Knochenhautentzündungen. Also wieder einen Schritt zurück. Ich wollte das Aufbautraining professionell begleiten lassen und begann mich für die Tierphysiotherapie zu interessieren. Ich hielt es, bei den ganzen Komplikationen, die Chelsea in den letzten Monaten hatte, für sehr sinnvoll, die Rehazeit unter fachkundiger Begleitung zu beginnen. Die Tierärzte der behandelnden Tierklinik hielten gar nichts von dem Thema, im Gegenteil. Sie belächelten meine Gedanken nur und ich konnte keinerlei Unterstützung von dieser Seite erfahren. Ich begann das Training also zunächst allein, was auch recht gut klappte. Schließlich kannte ich Chelsea am besten und konnte mich gut auf sie einstellen. Ich recherchierte jedoch auch weiterhin im Internet und konnte schließlich im Herbst 2004 Kontakt zu Katrin Vosswinkel (damals noch Katrin Blümchen) knüpfen. Sie leitet in Kirchlengern die Abteilung Nord der Ersten Deutschen Ausbildungsstätten für Hundphysiotherapie. Ich fuhr daraufhin einige Male zu Katrin Blümchen und ließ´ mich in professioneller Massage anleiten und mein individuelles Training für Chelsea überprüfen. Mein eigenes Rehabilitationsprogramm war bisher scheinbar von mir auch so gut ausgewählt und durchgeführt worden, so dass Chelsea unter den gesamten Umständen in einem recht guten gesundheitlichen Zustand war. Nach weiterem Aufbautraining war Chelsea Ende 2004 wieder komplett fit. Da die extremen Störungen mit Chelseas Wundheilung mir jedoch keine Ruhe ließen, wurden erneut ihre Schilddrüsen- und Diabeteswerte getestet. Zum zweiten Male angeblich ohne besondere Auffälligkeiten. Wahrscheinlich hing die Wundheilungsstörung mit der Blutgerinnungsstörung und der Hauterkrankung zusammen… Nach dem doch recht anstrengenden Jahr 2004 war das Jahr 2005 ein recht ruhiges, was gesundheitliche Probleme anging. Chelsea hatte die Operationen und die lange Rehazeit sehr gut weggesteckt. Natürlich mussten wir auf ihre Zipperlein, die HD und Arthrose, die Spondylose und die Sehnenerkrankung etwas Rücksicht nehmen. Sie konnte keine Sportkarriere machen, aber trotzdem ein artgerechtes Hundeleben führen. Wir unternahmen viel mit ihr, machten sogar einen kleinen Kurzurlaub und verwöhnten sie nach Strich und Faden. Sie war so fit, dass sie sogar wieder am Pferd mitlaufen konnte. Da das Damoklesschwert eines erneuten Sehnenrisses immer über uns schwebte, lief sie am Pferd nur noch mit Flexileine mit. So konnte ich das Tempo und die Bodenbeschaffenheit bestimmen und wir hatten trotzdem eine Menge Spaß. Schließlich wollte ich, dass der gute gesundheitliche Zustand unserer Prinzessin so lang wie möglich anhielt. Dabei half mir weiterhin, die Physiotherapie, die ich jedoch bis dahin nur ansatzweise beherrschte Außerdem mutierte Chelsea zur besten Haushaltshilfe, die man sich denken konnte ;-). Sie wurde ein perfekter Servicehund!