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2002 und 2003

Nach der Futterumstellung im Sommer 2002 hatte sich Chelseas Gesundheitszustand sehr gut stabilisiert.
Natürlich konnte sie mit ihren ganzen Zipperlein nie Sporthund werden, aber ihrer ursprünglich angedachten Karriere als Reitbegleithund stand nun nichts mehr im Wege.
Im Gegenteil. Die regelmäßige, kontrollierte Bewegung am Pferd bekam ihrer Muskulatur sehr gut. Sie hatte eine Menge Spaß und tobte viel mit befreundeten Hunden ´rum. Ihre Umweltsicherheit war inzwischen so groß, dass wir auch einmal einen Kurzurlaub nach Holland machen konnten.
Im Frühjahr 2003 stand dann ein großer Umzug bevor. Wir zogen von unserer Wohnung in ein schönes großes Einfamilienhaus mit knapp 1000 m² Grundstück. Direkt am Ortsrand mit Blick in die Felder. Ein Paradies für unsere Prinzessin, was sie auch sichtlich genoss.
Da es Chelsea gesundheitlich sehr gut ging, unsere neue Wohnsituation es auch zuließ, kam Ende 2003 die Überlegung, einen zweiten Hund anzuschaffen. Ein zweiter Dobi kam leider nicht in Frage, da Chelsea vor großen und vor allem temperamentvollen Hunden immer noch etwas Angst hatte. Kleinere, ruhigere Hunde hingegen fand sie toll. Mit denen konnte sie spielen, ohne sich zu überanstrengen und ohne dass es eine Gefahr für ihre Hüfte oder die Wirbelsäule bedeutet hätte. Wir suchten im Internet bei diversen Tierschutzorganisationen nach einem passenden Pflegehund, der bei Verträglichkeit der Hunde, hätte bleiben dürfen. So fanden wir eine kleine spanische Hündin, die von einer Tierschutzorganisation aus Mallorca mitgebracht worden war. Sie war dort ein Straßenhund gewesen und hätte eingeschläfert werden sollen. Sie sah wie ein Minidobermann aus und entsprach nach den Telefonaten mit der Pflegestelle genau unseren Vorstellungen. Klein, sehr lieb und vor allem ruhig, nicht dominant und mit anderen Hunden verträglich.
Leider konnte sie auf der aktuellen Pflegestelle nicht länger bleiben, so dass die kleine Phoebe (sprich Fiebie) bei uns die Chance auf ein neues Zuhause bekommen sollte.

Bei unserem Treffen mit den Leuten und der Hündin, hatte ich aber so meine Zweifel, ob die Beschreibung der Hündin auch stimmte. Sie hatte eine große Portion Pinscher-Terrierblut in sich, das entsprechende Temperament dazu und sprang die ganze Zeit nur `rum wie ein Flummi. Chelsea forderte die Hündin zum spielen auf, die wollte davon aber nichts wissen und gebärdete sich wie ein Wirbelwind. In den zwei Monaten auf der Pflegestelle hatte die Hündin noch gar nichts gelernt; sie kannte noch nicht einmal ihren Namen! Ich hätte dieses Mal auf mein Bauchgefühl hören sollen und die Finger von dem Hund lassen sollen... Aber wir wollten Klein-Phoebe eine Chance geben und haben sie mitgenommen.
Leider hat es mit uns nicht geklappt. Wir merkten schon in den ersten Tagen, dass Chelsea und die Hündin nicht miteinander klar kommen würden. Chelsea hatte Angst vor dem Wirbelwind und zog sich immer mehr zurück. Sie wollte von ihr absolut nichts wissen, fühlte sich nur noch genervt und verfolgt. Phoebe lebte aber auch ihr ganzes Temperament aus und kam nicht eine Sekunde zur Ruhe. Sie fand alles interessant, untersuchte jeden Winkel von Haus und Garten und entsprach absolut nicht den Beschreibungen der Pflegestelle.
Dass sie bei uns nie wirklich das bekommen könnte, was sie brauchte, war uns allen recht schnell klar. Abgesehen davon, war die Gefahr für Chelseas Gesundheit leider viel zu groß. Die war immer nur auf der Flucht vor Phoebe, traute sich nicht mehr in die Nähe von ihr. Und das, obwohl sie soo hundeverträglich war. Phoebe war ihr einfach zuviel.
Nach einem Telefonat mit der Tierschutzorganisation stellte sich heraus, dass Phoebes erste Pflegestelle falsche Angaben gemacht hatte, nur um sie recht schnell loszuwerden, weil man mit ihrem Temperament völlig überfordert war.
Wir entschlossen uns, andere Menschen für Phoebe zu suchen. Leute, die solch einem Temperamentsbündel besser gerecht werden konnten. Denn wir hätten es mit Chelsea und ihren gesundheitlichen Problemen nicht gekonnt.
Aber wir bzw. Phoebe hatten großes Glück. Wir fanden eine junge Familie mit zwei Kindern und zwei anderen Hund. Dort lebt sie nun als Dritthund auf einem Bauerhof. Es ist den ganzen Tag was los und so kommt keine Langeweile auf. Phoene macht Agilty, Fährtenarbeit und "nervt" die beiden anderen Hunde und die beiden Kinder. Genau das richtige für Phoebe. So hat die kleine Mallorquinerin endlich ein Zuhause gefunden, das wir ihr nie hätten bieten können.
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